
Am Beginn der Initiativphase wurden im Kollegium und mit der Schulleitung sehr intensiv die Ziele für eine gesundheitsfördernde Schulentwicklung diskutiert und im Konsens festgelegt:
Ausgangspunkt für die gesundheitsfördernde Schulentwicklung war in beiden Projektschulen eine durch die wissenschaftliche Begleitung durchgeführte Ist-Analyse anhand qualitativer Interviews mit Lehrkräften, Kindern und Eltern. Die Ergebnisse der Ist-Analyse wurden jeweils in den Projektgruppen diskutiert und im Lehrerkollegium und in Informationsveranstaltungen allen Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Auf Basis der Ist-Analyse problematisierten die Projektgruppen mögliche Themen, die schwerpunktmäßig für eine gesundheitsförderliche Schulentwicklung mit Priorität bearbeitet werden sollten. In einer Schule wurde eine Verbesserung des sozialen Schulklimas als Ausgangspunkt der Aktivitäten der Projektgruppe beschlossen (Beispiel: Klärung gegenseitiger Erwartungen im Kollegium) und in der anderen Schule konzentrierten sich die Themen im Hinblick auf die Gesundheitsförderung der Schülerinnen und Schüler (Beispiel: Gesundes Frühstück im Schulkiosk).
Insbesondere in der Konzeptphase war die Projektgruppenarbeit von vielfältigen Lernprozessen der Beteiligten geprägt. Sehr positiv gestaltete sich die kontinuierliche, im monatlichen Rhythmus stattfindende Projektgruppenarbeit mit einem großen Engagement der Gruppenmitglieder, wohingegen auf der Sachebene Themen mitunter eher situativ als systematisch bearbeitet wurden. Am Prinzip der Aktionsforschung orientiert, hat die externe Moderation die inhaltliche Arbeit in der Projektgruppe an Gegebenheiten des Schulalltags durchaus zugelassen, um das Tempo von Schulentwicklungsprozessen nicht von außen vor zu geben.
| Datengrundlage: Interviews mit Lehrern, Schülern, Elternvertretern | |
| Beispiel: Lehrerinterviews | |
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| Stärken | Veränderungsbedarf |
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In beiden Schulen wurden im zweiten Jahr der Schulentwicklung gesundheitsförderliche Maßnahmen im jeweiligen Schwerpunkt der Herangehensweise umgesetzt. In einer Schule wurden Vorschläge der Projektgruppe zur Lehrerkonferenzgestaltung, zur Raumgestaltung des Lehrerzimmers und zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Kollegium und Schulleitung sowie zwischen Kollegen untereinander in konkreten Veränderungsmaßnahmen unter dem übergeordneten Aspekt Wohlbefinden in der Schule zusammengefasst.
In der zweiten Schule wurden Gesundheitsförderungsaspekte von Bewegung, Stress- und Gewaltprävention, Sucht und Ernährung in den Sachkundeunterricht vollzogen sowie Probiertage eines gesunden Speisenangebots am Schulkiosk durchgeführt. Beim Beispiel Schulkiosk ist es gelungen, Eltern für die gesundheitsförderliche Schulentwicklung mit zu gewinnen. Nach der zweijährigen Schulentwicklungsphase im Rahmen des primakids-Vorhabens werden in beiden Schulen die Projekt- bzw. Arbeitsgruppe fortgeführt.
Als Fazit der zweijährigen Schulentwicklungsprozesse sind die folgenden Eindrücke und Bewertungen zu ziehen. Eine systematische Diagnose der Ist-Situation ist eine notwendige Voraussetzung zur konkreten Formulierung von Zielen und Maßnahmen für die gesundheitsfördernde Entwicklung einer Schule, die Gesundheitsaspekte zum Qualitätsmerkmal ihrer Institution beabsichtigt. Im Zuge von Veränderungsschritten stärkt eine erfolgreiche Arbeit an konkreten Schulthemen die Akzeptanz von Projekt- oder Arbeitsgruppen im Kollegium.
Die Verknüpfung von Gesundheitsthemen hinsichtlich Kindergesundheit auf der einen und Lehrergesundheit auf der anderen Seite - um Bildungsqualität mit Gesundheit in Beziehung zu setzen - kann nur schrittweise problematisiert werden. Die Verschränkung von Aktivitäten zur Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung in Form von Unterrichtsgestaltung hat die Möglichkeit für die Einleitung des Prozesses für eine gesundheitsfördernde Schulentwicklung deutlich verbessert. Eine externe Moderationsunterstützung befördert den Anstoß für Schulentwicklungsprozesse. Eine aktive Einbeziehung von Präventionsmaßnahmen für Lehrkräfte stärkt darüber hinaus die Nachhaltigkeit auf dem Weg zur gesunden Schule.