Gesundheitsförderung

Der Interventionsschwerpunkt „Gesundheitsförderung“ beinhaltet Lerneinheiten zu den fünf Themenschwerpunkten:


Stressbewältigung

Lernziel: Die Kinder lernen Stress in seinen verschiedenen Erscheinungsformen kennen. Anhand von Übungen und Spielen werden Bewältigungsstrategien erlernt und eingeübt.

Stress spielt bei Kindern eine bedeutende Rolle. Das Alter, in dem Stress bei Kindern beginnt, wird zunehmend geringer.

Eine Studie des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen hat bei Schülern und Schülerinnen im Alter zwischen 11-14 Jahren die Zusammenhänge zwischen Stress und Kopfschmerzen untersucht und dabei festgestellt, dass diejenigen Kinder regelmäßig unter häufig auftretenden Kopfschmerzen litten, die häufiger Stress erlebten und sich stärker durch die Schule belastet fühlten (Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen (MFJFG) (Hrsg.), 2002, S. 58).

In einer Längsschnittstudie in NRW aus den Jahren 1989 bis 1991 zeigte sich bei einer Befragung zur Prävalenz von Kopfschmerzen, dass bereits 83% der Kinder im Alter von 9 Jahren Kopfschmerzerfahrungen gemacht hatten. In 35- 41% der Fälle wurden die Kopfschmerzen durch »Ärger« in der Familie oder der Schule ausgelöst (ebenda, S. 58).

In einer Befragung von Dritt- und Viertklässlern gaben 30% an, dass sie nicht einschlafen konnten und 40% klagten über Erschöpfung. Die Belastungssituationen, die dazu führen, bestehen vorwiegend in schulischen Leistungssituationen und sozialen Konflikten (Hampel, 2002). Wobei anzumerken ist, dass sich viele soziale Konflikte auch im Bereich der Schule manifestieren.

Stressprävention sollte möglichst früh einsetzen, um Auswirkungen bei älteren Kindern (im Alter von 15 Jahren stieg die Kopfschmerzrate der o.g. Längsschnittstudie bereits auf 93% und war auch mit Schmerzmittelkonsum und depressiven Verstimmungen verbunden) zukünftig zu reduzieren.

Auch im Alter von 8-10 Jahren scheinen bereits deutliche Symptome von Stress aufzutreten, wie auch an der Altersstruktur der Teilnehmer des durch die Techniker Krankenkasse angebotenen Seminars
»Bleib Locker – Stressbewältigung für Grundschüler« zu erkennen ist (Voogt, 2002).

Stress bei Kindern teilt sich hauptsächlich in 3 Bereiche auf
(Hurrelmann, 1994, S. 84-183), Techniker Krankenkasse, 2002, S. 5):

Eine weitere Form der Einteilung könnte anstatt anhand des Entstehungsortes über die Entstehungsursache erfolgen.
Hier wird unterschieden in:

Wobei von Kindern im eigenen Stresserleben vor allem die alltäglichen Spannungen und Probleme mit Stress in Zusammenhang gebracht werden (Klein-Heßling et al., 2000, S. 11). Stress äußert sich bei Kindern in vielfältiger Form. Die Symptome können körperlich und psychisch sein. Beispiele hierfür sind (Techniker Krankenkasse, 2002, S. 6; Canadian Child Care Federation, 2001):

Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüche, Gereiztheit, starke Erschöpfung, Angst, Schlafstörungen, Aggressivität, Lethargie, Appetitlosigkeit, sich zurückziehen und Nägelkauen, Bettnässen (regressive Verhaltensweisen).

In den Unterrichtseinheiten werden die Kinder befähigt mit Stress in seinen verschiedenen Erschienu8ngsformen umzugehen, um Stresssymptome zu vermeiden.

Literatur

Canadian Child Care Federation [Hrsg.] (2001): Stress in Children. http://www.kidshavestresstoo.org/khst/front_facilitators.asp, Zugriff: 09.09.03

Hampel P. (2002): Erleben Kinder Stress und wie verarbeiten sie ihn. In: Kinder im Stress – Dokumentation des Symposiums der Techniker Krankenkasse am 18. April 2002 in Hamburg

Hurrelmann K (1994): Familienstress Schulstress Freizeitstress – Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche. Weinheim

Klein-Heßling J, Lohaus A (2000). Stresspräventionstraining für Kinder im Grundschulalter. 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Göttingen, Bern, Toronto, Seattle: Hogrefe Verlag für Psychologie

Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen (MFJFG) (Hrsg.) (2002): Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen: Landesgesundheitsbericht 2002. Bielefeld

Paulus P., Brückner G. (2000): Wege zu einer gesünderen Schule. Handlungsebenen – Handlungsfelder – Bewertungen. Tübingen: dgtv Verlag

Techniker Krankenkasse (Hrsg.) (2002): Kinder & Stress – Mehr Gelassenheit für Eltern und Kinder. Hamburg

Voogt G. (2002). Experten warnen vor zu hohem Leistungsdruck. http://www.rp-online.de/news/wissenschaft/bildung/2002-0902/grundschueler_stress.html, Zugriff: 09.09.2003

Zimbardo P.G., Gerrig R.J. (1999): Psychologie. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag

Übersicht zum Curriculum

Lernziel: Die Kinder lernen Stress in seinen verschiedenen Erscheinungsformen kennen. Anhand von Übungen und Spielen werden Bewältigungsstrategien erlernt und eingeübt.

1.Schuljahr (Alter 6/7 Jahre) - 2x45 min

Kernziel: Kennenlernen von Stress in den verschiedenen Erscheinungsformen
Inhalte Lernziel
„Mümmel und der Stress“ - Puppenspiel Gesprächskreis
  • Vermittlung unterschiedlicher Stresssituationen
  • Reflexion eigener Stresserlebnisse und Stressgefühle
  • Zuordnung des Begriffs
    „Stress“ zu dem Gefühl „Stress“
Wo habe ich Stress? - Malvorlage Gesprächskreis
  • Wahrnehmung von Stress durch Visualisierung
  • Individualität von Stresserlebnissen
Auflockerung - Bewegungsübung
  • Erzeugen von positiven Gefühlen und Entspannung
Vorstellung der Stresswaage - Gesprächskreis
  • Kennenlernen eigener Ressourcen zur Stressbewältigung
„Sonne-Regen-Sonne“ - Entspannungsübung
  • Herbeiführung von Stille und Entspannung

2. Schuljahr (Alter 7/8 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Kennenlernen und Anwendung von Stressbewältigungsmaßnahmen
Inhalte Lernziel
„Mümmel hat Stress“ - Puppenspiel
  • Konfrontation mit einer Situation von Schulstress als Diskussionsgrundlage für anschließendes Gespräch
„Mümmel hat Stress“ - Gespräch und Arbeitsblätter
  • Reflektion des eigenen Stresserlebens
„Stopp-Tanz“ - Bewegungsspiel
  • Kennenlernen von Bewegung als Stressbewältigung
„Ich bin eine Blume“ - Entspannungsübung
  • Kennenlernen von Entspannung als Stressbewältigung
„Stresswaage“ - Gespräch über Bewältigungsstrategien
  • Kennenlernen von Bewältigungsstrategien mit Hilfe der Stresswaage
  • Reflektion und zueinander in Beziehung setzen von Stresssituationen und Bewältigungsstrategien
„Ich bin Stolz“ - Rundblitz
  • Kennenlernen der positiven Selbstinstruktion als Stressbewältigung

3. Schuljahr (Alter 8/9 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Vertiefung und Festigung des Wissens über Stressbewältigungsmaßnahmen 
Inhalte Lernziel
„Impuls-Stresswaage“ - Gespräch
  • Wiedererkennen des Prinzips der Stresswaage
Gefühle nachbauen - Partnerübung
  • Aufarbeitung der vorher genannten Gefühle
„Der Vokabeltest“ - Geschichte und Standbildbau
  • Einfühlen in eine stressauslösende Situation
  • Erproben von eigenen und fremden Verhaltensweisen
  • Erlernen von Bewältigungsstrategien
„Ich bin topp fit“ - Bewegungsübung
  • Auflockerung
Progressive Muskelentspannung (PMR) - Entspannung
  • Kennenlernen der PMR als Stressbewältigungsmaßnahme
  • Erhöhung der Konzentration und Verbesserung der Informations- und Gedächtnisprozesse
Anti-Stress-Tipps - Bewältigungsstrategien
  • Erlernen und Reflektion von Bewältigungsstrategien aus der vorherigen Geschichte
„Ich finde toll an dir…“
  • Besinnung auf eigene Stärken in schwierigen Situationen als Stressbewältigungsmaßnahme
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch positive Rückmeldung zur Person

4. Schuljahr (Alter 9/10 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Vertiefung des Wissens über stressauslösende Situationen und Bewältigungsstrategien 
Inhalte Lernziel
Stress-Quiz
  • Wiederholung des Wissens über Stress aus den vergangenen Jahren
Progressive Muskelentspannung (PMR) - Entspannung
  • Kennenlernen/Wiederholung der PMR als Stressbewältigungsmaßnahme
  • Erhöhung der Konzentration und Verbesserung der Informations- und Gedächtnisprozesse
Rollenspiel - Vorbereitung und Durchführung
  • Üben von Stressbewältigungsmaßnahmen anhand alltagsrelevanter Bewältigungsmaßnahmen
Positive Selbstinstruktion - Arbeitsblatt
  • Besinnung auf die eigenen Stärken in schwierigen Situationen als Stressbewältigungsmaßnahme
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch positive Selbstreflexion

Gewaltprävention

Lernziel: Die Kinder lernen das eigene Konfliktverhalten und das anderer besser zu verstehen und einzuschätzen. Darüber hinaus werden sie in die Lage versetzt, Konflikte konstruktiv und gewaltfrei zu lösen.

Aggressive Verhaltensauffälligkeiten gehören zu den häufigsten Merkmalen im Kindes- und Jugendalter und zählen zu den zentralen Gesundheitsproblemen im Kindesalter (BZgA, 2000, 117). Sind sie zudem in dieser Altersspanne sehr stabil, stellen sie häufig Vorläufer für spätere offene und versteckte Gewalthandlungen dar (Lehmkuhl et al., 2002, 84). Gewalt offenbart sich für sie als akzeptables und vor allem effektives Mittel der Konfliktaustragung. Ein enormer Anteil der Konflikte unter Kindern entsteht aus der allgemeinen Unfähigkeit, Spannungen auszuhalten, ohne unmittelbar bzw. aggressiv darauf zu reagieren (Walker, 1995, 8-10). So zeigt eine bundesweit repräsentative Studie ausgeprägte aggressive Symptome bei 3% aller Mädchen und 6% aller Jungen im Alter von 4-10 Jahren (Lehmkuhl et al., 1998, 89).

Gewalt an der Schule reicht von verbalen Auseinandersetzungen über Vandalismus, Prügeleien bis hin zu ernsten körperlichen Gewalttaten wobei ernstere Vorkommnisse eher die Ausnahme bilden. Laut einer Studie in Bochum hat dort allerdings etwa jede dritte Schule mit Gewaltproblemen zu tun und etwa ein Drittel der Schüler fühlt sich in der Pause und auf dem Schulweg nicht sicher (Schwind et al., 1997, 81-100).

Viele Probleme entstehen auch allein schon dadurch, dass die Kinder im Klassenverbund nicht freiwillig zusammen sind. Weder Schüler noch Lehrer haben sich diese Gemeinschaft ausgesucht. Unter dem Druck des „miteinander Auskommens“ kommt es häufig zu Konflikten (Walker, 1995, 18-23).

Dabei ist es weder möglich, Konflikte zu vermeiden noch ist dies erstrebenswert. Es sollte vielmehr das Ziel sein, diese bewusst, konstruktiv und fantasievoll zu lösen. Bei der Austragung und Lösung von Konflikten wird versucht, gewaltfreie Handlungsweisen zu entwickeln und Strukturen zu verändern, die zu Gewalt führen.

Literatur

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.) (2000): Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung. Band 3. Gesundheit von Kindern. Epidemio­logische Grundlagen. Expertentagung. 3. Aufl. Köln: BZgA

Burow, F.; Aßhauer, M.; Hanewinkel, R.(1998): Fit und stark fürs Leben. Persönlichkeitsförderung zur Prävention von Aggression, Rauchen und Sucht. Ernst-Klett Grundschulverlag: Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf. S.78-79

Burow F., Aßhauer M., Hanewinkel R. (1998): Fit und stark fürs Leben. Persönlichkeitsförderung zur Prävention von Aggression, Rauchen und Sucht. Ernst Klett Grundschulverlag:Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf. S. 39

Lehmkuhl G., Döpfner M., Plück j. et al. (1998): Häufigkeit psychischer Auffälligkeiten und somatischer Beschwerden bei vier- bis zehn-jährigen Kindern in Deutschland im Urteil der Eltern – ein Vergleich normenorientierter und kriterienorientierter Modelle. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. 26: 83-96

Lehmkuhl U., Lehmkuhl G., Döpfner M. (2002): Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen. Frühe Verhaltensindikatoren, Verlauf und Interventionsansätze. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 45: 984-991

Schwind H.-D., Roitsch K., Gielen B. (1997): Gewalt in der Schule aus der Perspektive unterschiedlicher Gruppen. In: Holtappels H.G., Heitmeyer W., Melzer W., Tillmann K.-J. (Hrsg.): Forschung über Gewalt an Schulen. Erscheinungsformen und Ursachen, Konzepte und Prävention. Weinheim, München: Juventa Verlag: 81-100

Walker, Jamie (1995): Gewaltfreier Umgang mit Konflikten in der Grundschule – Grundlagen und didaktisches Konzept, Spiele und Übungen für die Klassen 1-4. Cornelsen Scriptor, Berlin. S. 22/79

Übersicht zum Curriculum

Lernziel: Die Kinder lernen, das eigene Konfliktverhalten und das anderer besser zu verstehen und einzuschätzen. Darüber hinaus werden sie in die Lage versetzt, Konflikte konstruktiv und gewaltfrei zu lösen.

1.Schuljahr (Alter 6/7 Jahre) - 2x45 min

Kernziel: Wahrnehmung von Konfliktverhalten und Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien 
Inhalte Lernziel
Rollenspiel einer Konfliktsituation
  • Reflektion des eigenen Streitverhaltens
  • Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten
„Löwenjagd“ - Bewegungsspiel
  • Auflockerung
„Sonne und Schneemann“ - Bewegungsspiel
  • Beruhigung und Entspannung
Eselrätsel - Was ist mit den Eseln los?
  • Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien
„Hase und Fuchs“ - Kooperationsspiel
  • Auflockerung, Bewegung, Zusammenarbeit und Kooperation

2. Schuljahr (Alter 7/8 Jahre) – 2x 45 min

Kernziel: Erlernen unterschiedlicher Konfliktlösestrategien 
Inhalte Lernziel
Umgang mit Konfliktsituationen - Gespräch
  • Förderung des Bewusstseins für Konfliktsituationen und das Gefühl Wut
  • Verbalisieren von Gefühlen und Reflektion vom eigenen Konfliktverhalten
Umgang mit Konfliktsituationen - Rollenspiel
  • Verdeutlichung von Konfliktsituationen und Erarbeitung von Problemlösestrategien
„Umgang mit Konfliktsituationen“ - Gespräch und Arbeitsblatt
  • Reflektion der im Rollenspiel dargestellten Konfliktlösungsstrategien
  • Anwendung von Konfliktlösungsstrategien auf eigene aktuelle Probleme
„Lauter Elefanten, Flugzeuge und Gespenster“ - Bewegungsspiel mit anschließendem Nachspüren
  • Lust auf Bewegung
  • Zur Ruhe kommen
  • Erfahrung des Spannungsabbaus durch Bewegung

3. Schuljahr (Alter 8/9 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Entwicklung von unterschiedlichen Strategien zur Bewältigung
von Konflikten anhand einer Geschichte 
Inhalte Lernziel
„Jochens schlechter Tag“ - Geschichte und Gespräch
  • Identifikation mit den an der Konfliktsituation betroffenen Personengruppen der Geschichte
  • Reflektion eigener Konfliktsituationen
Gefühle darstellen - Pantomime
  • Einfühlen in Konfliktsituation durch die pantomimische Darstellung unterschiedlicher Gefühle
Reflexion der Geschichte - Gruppenarbeit
  • Einfühlen in Konfliktsituationen und beteiligte Personen
  • Sensibilisierung auf mögliche Auslöser von Konflikten
  • Erarbeitung von Verhaltensmöglichkeiten für Konfliktsituationen
Progressive Muskelentspannung (PMR) - Entspannungsübung
  • Kennenlernen der PMR zum Abbau von Spannungen

4. Schuljahr (Alter 9/10 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Unterscheidung verschiedener Formen von Gewalt
und Erhöhung der Empathie für die Opfer 
Inhalte Lernziel
„Gewaltskala“ - Gruppenarbeit
  • Bewusstsein schaffen für Situationen die Gewalt beinhalten
  • Sensibilisierung für verschiedene Formen von Gewalt
  • Austausch über verschiedene Wertigkeiten von Gewalt
Rollenspiel - Vorbereitung und Durchführung
  • Erhöhung der Empathie für Opfer
  • Sensibilisierung für verschiedene Gewaltformen
„Gewaltskala“
  • Erneute Einschätzung des Gewaltpotentials bereits verwendeter Situationskärtchen

Suchtprävention

Lernziel: Die Kinder werden bei der Entwicklung von psychosozialen Lebenskompetenzen unterstützt. Hierzu gehören unter anderen das Erlernen von Kommunikationstechniken und Durchsetzungskompetenzen, sowie Fertigkeiten zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung.

Suchtprävention sollte bereits im jüngsten Kindesalter beginnen und beinhaltet die Erziehung zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung, die vor allem die persönlichen Kompetenzen der Kinder zur Lebensbewältigung stärken soll. Sie sollen unterstützt und ermutigt werden, ihrem Leben einen Sinn zu geben und eigene Problemlösungen zu finden (Hurrelmann et al., 2000, S. 205).

Unter Sucht wird das zwanghafte Verlangen nach einem Stoff oder Verhalten verstanden. Das Verlangen besteht aus einem scheinbar unwiderstehlichen Drang, einer Handlung nachzugeben, um sich kurzfristig ein Lustgefühl, Vergnügen oder Ablenkung zu verschaffen und dadurch Unglücklichsein, Langeweile und andere Unlustgefühle zu vermeiden (Beckmann et al., 2001). Sucht entsteht, wenn eine unerträgliche Situation nicht mit einer aktiven Leistung bewältigt werden kann, sondern durch Ablenkung und Passivität zu überwinden versucht wird. Die Motivation für den Gebrauch von Suchtmitteln kann als Ausdruck einer mangelnden Persönlichkeitsentwicklung angesehen werden (Burow et al., 2000, S. 6).

Sucht wird zum einen in die stoffgebundene und zum anderen in die stoffungebundene Suchtform unterschieden (Hurrelmann et al., 2000, S. 201).

Die stoffgebundene Suchtform ist an die Zuführung einer bestimmten Substanz gekoppelt. Zu dieser Suchtform zählt die Drogensucht. Die Wahl der Droge (Tabak, Alkohol, Medikamente) ist an individuelle Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse gekoppelt. Sie ist abhängig von der Biographie, der Situation, familiären- und außerfamiliären Einflüssen und den individuellen Verarbeitungsstilen von Angst und Stress. »Der Einstieg in den gelegentlichen Tabakkonsum erfolgt heute häufig schon mit dem neunten Lebensjahr«. Er kann von dem Wunsch nach Anerkennung, Selbständigkeit und Unabhängigkeit geleitet sein. Der Alkoholkonsum als Ausdruck des Eintretens in die Welt der Erwachsenen tritt meist in späteren Lebensjahren auf (ebenda, S. 203).

Des weiteren besteht bei Kindern die Möglichkeit der Ausprägung einer stoffungebundenen Suchtform, die durch den Zwang gekennzeichnet ist, eine bestimmte Tätigkeit auszuüben, sich wiederholt in eine bestimmte Situation zu begeben und diese immer wieder aufzusuchen. Die Befriedigung wird dabei durch die meist unkontrollierbar und unstrukturierbar ablaufende Tätigkeit selbst erlangt. Hierzu gehören u.a. die Nasch- und Esssucht und die Mediensucht. Bedingt sein kann die Nasch- und Esssucht dadurch, dass Kindern oftmals Süßigkeiten als Belohnung für Wohlverhalten und als Trostpflaster für Kummer gegeben werden. Auf Dauer kann das falsche Ernährungsverhalten zu einer gestörten Appetitregulation und zu ausgeprägtem Übergewicht führen. Mediensucht kann bei Kindern auftreten, die stets der Beschäftigung und Stimulation bedürfen (ebenda, S. 202-203). Die Abhängigkeit von der medialen Unterhaltung ist bereits in jungen Lebensjahren gegeben, da Kinderzimmer heute ihrer Ausstattung nach häufig einer »Mediothek« gleichen (Bründel et al., 1996, S. 221). Die Ausprägung der Suchtform ist auf das elterliche Vorbild zurückzuführen und resultiert häufig aus Langeweile des Kindes und seinem Mangel an Verhaltensalternativen (Hurrelmann et al., 2000, S. 203). Kinder können nicht vollständig vor kritischen Situationen, die eventuell zum Konsum von Suchtmitteln führen, geschützt und abgeschirmt werden. Sie sollten deshalb darin unterstützt werden, Strategien zum Umgang mit solchen Situationen zu erlernen, um ihre Gesundheit zu erhalten und zu fördern.

Literatur

Beckmann H., Mechnich S. (2001): Kinder vor dem Rauchen schützen. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag

Bründel H., Hurrelmann K. (1996): Einführung in die Kindheitsforschung. Weinheim, Basel: Beltz Verlag

Burow F., Aßhauer M., Hanewinkel R. (1998): Fit und stark fürs Leben. Persönlichkeitsförderung zur Prävention von Aggression, Rauchen und Sucht. Ernst-Klett Grundschulverlag: Leipzig, Stuttgart, Düsseldorf

Franzkowiak, Peter; Sabo, Peter (1993). Dokumente der Gesundheitsförderung. Internationale und nationale Dokumente und Grundlagentexte zur Entwicklung der Gesundheitsförderung im Wortlaut und mit Kommentierung. Mainz: Verlag Peter Sabo. S. 96-101

Hurrelmann K., Klaubert K. (Hrsg.) (2000): Wie Kinder gesund bleiben. Kleines Gesundheitslexikon für Kindergarten und Grundschule. Weinheim, Basel: Beltz Verlag

Übersicht zum Curriculum

Lernziel: Die Kinder werden bei der Entwicklung von psychosozialen Lebenskompetenzen unterstützt. Hierzu gehören unter anderem das Erlernen von Kommunikationstechniken und Durchsetzungskompetenzen, sowie Fertigkeiten zur Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung.

1.Schuljahr (Alter 6/7 Jahre) - 2x45 min

Kernziel: Förderung der bewussten Sinneswahrnehmung und Selbstreflexion 
Inhalte Lernziel
Wahrnehmung über den Tastsinn und Geruchssinn mit anschließender Zuordnung der Gegenstände/ Gerüche
  • Förderung der bewussten Sinneswahrnehmung „Fühlen“
  • Bewusstwerdung von Vorlieben und Abneigungen
  • Verbalisierung von Emotionen/ Wahrnehmung
  • Anregung der Fantasie

2. Schuljahr (Alter 7/8 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Förderung der bewussten Selbstreflexion und Stärkung eines positiven Selbstbildes 
Inhalte Lernziel
„Ich fliege“ - Fantasiereise
  • Anregung von Fantasie und Kreativität, Entspannung
„Das bin ich!“ - Malen und Gespräch
  • Entwicklung von Selbstbewusstsein
  • Verdeutlichung der eigenen Vorlieben, Stärken, Schwächen, Wünsche und Abneigungen
  • Entwicklung eines Identitätsgefühls
  • Selbstwertstärkung durch Behauptung und Vertretung der eigenen Meinung vor der Gruppe
Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecken - Spiel
  • Herausarbeitung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen
„Ich wünsch Dir was!“ - Spiel
  • Gemeinschafts- und Integrationsgefühl durch die Bildung eines Netzes stärken
  • Erzeugung eines Wir-Gefühls in der Gruppe
  • Stärkung des Selbstwertgefühls durch positive Rückmeldung zur Person

3. Schuljahr (Alter 8/9 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Kennenlernen und Anwendung verbaler und nonverbaler Kommunikationstechniken 
Inhalte Lernziel
Aufstellen von Kommunikationsregeln - Gespräch
  • Vermittlung von Grundregeln der Kommunikation
  • Vorbereitung auf anschließende Partnerübung und Rollenspiele
Einüben der Kommunikationsregeln
  • Festigung und Übung der Kommunikationsregeln
  • Reflexion der Kommunikationsregeln
Nonverbale Kommunikation - Übung
  • Kennenlernen/Differenzierung der nonverbalen Kommunikation
  • Erhalt eines vielfältigen Repertoires an Ausdruckmöglichkeiten
  • Verdeutlichung von Widersprüchlichkeiten in der nonverbalen und verbalen Kommunikation
Nonverbale Kommunikation -Ratespiel
  • Vertiefung der Wahrnehmung von nonverbaler Kommunikation
Progressive Muskelentspannung (PMR)
  • Kennenlernen der PMR als Entspannungsmaßnahme

4. Schuljahr (Alter 9/10 Jahre) -2x 45 min

Kernziel: Erlernen von Durchsetzungskompetenzen 
Inhalte Lernziel
„Ich sag NEIN!“ -Comic und Gespräch
  • Verdeutlichung der Gruppendrucksituation mit dem Thema Rauchen
  • Reflektion der Comicgeschichte
  • Thematisierung anderer Alltagssüchte
Alltagssüchte -Arbeitsblatt und Gespräch
  • Sensibilisierung für verschiedene Alltagssüchte
„Ich sage NEIN!“ - Rollenspiel
  • Widerstehen von Gruppendruck
  • Förderung der Konfliktfähigkeit
  • Steigerung der allgemeinen Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit

Bewegung

Lernziel: In dieser Unterrichtseinheit wird das Verständnis über Körper und Beweglichkeit gefördert. Zum einen wird Wissen über Muskelaufbau, Gleichgewicht und gesunde Haltung vermittelt und zum anderen wird durch Bewegungsspiele, Rückengymnastik und Entspannungsübungen die bewusste Körper- und Selbstwahrnehmung geschult.

Körperliche Aktivität trägt maßgeblich zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und zum Erhalt der Gesundheit bei (Mann-Luoma et.al., 2002, S. 952).

Kinder nehmen die Welt in erster Linie mit ihren Sinnen und ihrem Körper wahr und weniger mit ihren geistigen Fähigkeiten (z.B. Denken, Vorstellen). Sie erschließen sich die Welt vor allem durch Bewegung. Bewegung vermittelt den Kindern vielfältige Sinneserfahrungen, durch die sie Informationen über sich selbst und ihre räumliche und dingliche Umwelt erhalten (Zimmer, 2002a, S. 37). Bewegung und körperliche Aktivität gehören deshalb insbesondere im Kindes- und Jugendalter zu den wichtigsten Lebenserfahrungen (Kurz et al., 1998, S. 95).

Da sich die kindliche Lebenswelt enorm verändert hat, war Bewegung zu keiner Zeit so wichtig wie heute. Vor allem unter den Bedingungen des städtischen Wohnens sind die Spiel- und Bewegungsräume für Kinder zunehmend eingeschränkt worden. Gleichzeitig verbringen Kinder im Zuge der wachsenden Attraktivität bewegungsarmer Freizeitbeschäftigungen (z.B. Fernsehen, Videokonsum und Computerspiele) immer mehr Zeit im Sitzen. Durch den wachsenden Bewegungsmangel entwickeln viele Kinder Haltungsschäden, Übergewicht, Mängel in der Kondition und in der motorischen Koordination (Lenzen et al., 1996, S. 74).

Für eine gesunde Entwicklung von Kindern sind ausreichende Bewegungsangebote in ihrem Lebensalltag unerlässlich. Sich Bewegen und Spielen sind grundlegende kindliche Betätigungs- und Ausdrucksformen. In diesem Sinne kann Bewegung als elementare Ausdrucksform und Grundlage der kindlichen Handlungsfähigkeit verstanden werden (Zimmer, 2002a, S. 38). Die Bedeutung der Bewegung für die kindlichen Entwicklung besteht u.a. in:

Selbsterfahrung

Das Kind gewinnt durch Bewegung ein Bild über sich selbst. Es lernt den eigenen Körper kennen und sich mit ihm und dadurch auch mit sich selbst auseinander zu setzen. Von seiner Umwelt erhält es Rückmeldungen bezüglich seiner Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Indem es eigene Grenzen erkennt und akzeptiert bzw. erweitert, lernt es, seine eigene Leistungsfähigkeit einzuschätzen.

Bewegungssituationen lassen das Kind erleben, was andere von ihm erwarten und wie es von seiner Umwelt gesehen wird. Aus den gewonnenen Informationen und Erfahrungen entstehen Einstellungen und Überzeugungen zur eigenen Person (Zimmer, 2002a, S. 38).

Gemeinschafts- und Sozialerfahrung

Durch Bewegung tritt das Kind in Beziehung zu anderen. Im gemeinsamen Spiel werden Regeln vereinbart und soziale Rollen angenommen. Das Kind erwirbt Grundlagen der Kommunikation, indem es nachgibt, sich durchsetzt, sich abspricht, sich einfühlt und Rücksicht nimmt. In Bewegung und Spiel misst das Kind sich mit anderen, fordert sie heraus und tritt so in den sozialen Vergleich. Es macht grundlegende Erfahrungen für den Umgang mit Erfolg und Misserfolg, Sieg und Niederlage (Zimmer, 2002a, S. 38).

Sinneserfahrung

Bewegung vermittelt dem Kind durch Sinneserfahrungen vielfältige Informationen über seine Umwelt und den eigenen Körper. Das Kind verarbeitet sie und interpretiert sie entsprechend seiner bisherigen Erfahrungen und Erwartungen. Insofern beinhaltet sinnliche Wahrnehmung ein sich Spüren und ein Erspüren der Mit- und Umwelt (Zimmer, 2002a, 39).

Welterfahrung

Bewegung ermöglicht dem Kind, sich seine räumliche und dingliche Umwelt anzueignen. Einerseits versucht es, sich den Bedingungen der materialen Umwelt anzupassen. Andererseits will es auf sie einwirken und sie sich selbst passend machen. Die Verarbeitung von Erfahrungen und Erkenntnissen ermöglichen dem Kind, die Welt für sich selbst zu rekonstruieren (Zimmer, 2002a, 39).

Ausdruckserfahrung

In seiner Körperhaltung, Mimik und Gestik drückt das Kind meist unbewusst seine Gefühle, Stimmungen und Empfindungen aus. Indem es lernt, Gefühle bewusst in Bewegung auszudrücken, kann es auch zu deren Verarbeitung beitragen (Zimmer, 2002a, 39).

Kreativitätserfahrung

In Bewegung kann das Kind eigene Ideen ausprobieren, selber etwas schaffen und verändern. Auch durch die phantasievolle Lösung bewegungsbezogener Probleme und Aufgaben erlebt es Kreativität (Zimmer, 2002a, 39).

Emotionales Erleben

In und durch Bewegung werden Gefühle hervorgerufen. Das Kind erlebt Bewegung sehr intensiv. Toben, Rennen und Klettern rufen Freude und Lust hervor. Bewegungssituationen können aber auch negative Emotionen, wie Unlust, Angst und Unsicherheit hervorrufen.

Bewegung ermöglicht dem Kind sich selbst und die Welt zu erfahren. Aspekte und Erfahrungen mit Bewegungshandlungen finden dabei oft gleichzeitig statt oder überlagern sich (Zimmer, 2002a, 40).

Literatur

Krause C., Hannich H.-J., Stückle C., Widmer C., Rohde C., Wiesmann U. (2000): Selbstwert stärken – Gesundheit fördern. Unterrichtsvorschläge für das 1. und 2. Schuljahr. Donauwörth: Auer Verlag GmbH. S. 73

Kurz D., Tietjens M. (1998): Kinder und Jugendliche. In: Bös K., Brehm W. (Hrsg.): Gesundheitsreport. Schondorf: Hofmann. S. 95-107

Lenzen K.-D., Lintzen B., Schultz G., Zimmer B. (1996): Gesundheit lernen. Ein Projekt zur Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung in der Grundschule. Weinheim, Basel: Beltz Verlag

Mann-Luoma R., Goldapp C., Khaschei M., Lamersm L., Milinski B. (2002): Integrierte Ansätze zu Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung. Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. 12/2002. 45. Berlin, Heidelberg, New York, Tokyo: Springer-Verlag. 952-959

http://www.mehr-bewegung-in-die-schule.de/05107_ballonspiel.PDF 21.09.03

http://www.mehr-bewegung-in-die-schule.de/05101_die_sonne_scheint.PDF 24.09.03

http://www.mehr-bewegung-in-die-schule.de/05308_neptuns_welle.PDF 21.09.03

Zimmer R. (2002a): Entwicklungsförderung durch Bewegung – Möglichkeiten und Grenzen psychomotorischer Arbeit. In: „Früh übt sich...“.Gesundheitsförderung im Kindergarten. Impulse, Aspekte und Praxismodelle. BZgA. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung: Bd. 16. Köln

Zimmer R. (2002b): Die Kindertagesstätte als Setting der Gesundheitsförderung. Zur Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für die Entwicklung von Kindern. In: Kind Sein – Gesund Sein – (K)eine Frage! Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten. Eine Dokumentation der Fachtagung vom 08.11.01. Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. LZG Schriftenreihe Nr. 77. Mainz.

Übersicht zum Curriculum

Lernziel: In dieser Unterrichtseinheit wird das Verständnis über Körper und Beweglichkeit gefördert. Zum einen wird das Wissen über Muskelaufbau, Gleichgewicht und gesunde Haltung vermittelt und zum anderen wird durch Bewegungsspiele, Rückengymnastik und Entspannungsübungen die bewusste Körper- und Selbstwahrnehmung geschult.

1.Schuljahr (Alter 6/7 Jahre) - 2x45 min

Kernziel: Förderung der bewussten Körper- und Selbstwahrnehmung
Inhalte Lernziel
Krummer Rücken und gerader Rücken - Übung
  • Erleben bewusster Belastung durch einen krummen Rücken/ geraden Rücken
Ertasten der Halswirblesäule - Übung
  • Spüren von Stabilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule
Ballonspiel – Spiel
  • Bewusstes Erleben der Muskulatur durch Anspannung und Entspannung
„Federn lassen“, „Stopp-Tanzen“, „Neptuns Welle“ und „Safarireise“ - Bewegungsspiele
  • Spaß an Bewegung
„Sonne-Regen-Sonne“ - Entspannungsübung mit Partner/in
  • Eigene Herbeiführung von Stille und Entspannung
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2. Schuljahr (Alter 7/8 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Förderung von Bewegung , Ausdauer und Gemeinschaftsverhalten
Inhalte Lernziel
Staffel in zwei Mannschaften - Ausdauerspiel mit anschließendem Nachspüren: Bauchatmung
  • Erleben von unterschiedlichen Bewegungsabläufen
  • Erbringen von Ausdauerleistung
  • Gemeinsames Erreichen eines Ziels
  • Nachspüren des Empfindens und der Atmung nach der körperlichen Anstrengung
„Brückenbauer“ - Spiel in Mannschaften
  • Anwendung der Muskelkraft
  • Erbringung von Ausdauerleistung
  • Finden kreativer Lösungen
  • Gemeinsames Erreichen eines Ziels
„Fleißige Biene“ - Vertrauensspiel
  • Abbau von Angst vor körperlicher Nähe
  • Koordination, Kooperation und gegenseitiges Vertrauen
„Brustexpander“, „Drehsitzhaltung“, „Krokodil“, „Heuschrecke“, „Zusammenkauern“ - Körperübungen
  • Dehnung einzelner Körperpartien
  • Muskelstärkung
  • Bewusste Atmung und Entspannung
Fantasiereise - Entspannung
  • Anregung zur Entspannung

3. Schuljahr (Alter 8/9 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Verbesserung der Kondition und Koordination
Inhalte Lernziel
„Feuer, Wasser, Sturm“ - Bewegungsspiel
  • Aufwärmung und Verdeutlichung des Unterschieds zwischen Ruhe- und Belastungspuls
„Krebsfußball“ - Bewegungs- und Koordinationsspiel
  • Verbesserung von Kondition und Koordination
Körperübungen
  • Bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers
  • Training der Bauch- und Rückenmuskulatur, der Koordination und des Gleichgewichtssinn
Progressive Muskelentspannung (PMR) - Entspannung
  • Kennenlernen der PMR als Stressbewältigungsmaßnahme
  • Erhöhung der Konzentration und Verbesserung der Informations- und Gedächtnisprozesse

4. Schuljahr (Alter 9/10 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Kenntnis über körperliche Fitness und Möglichkeiten zur Verbesserung
Inhalte Lernziel
„Wie fit bin ich?“ - Erläuterung Parcours und Fitness-Quiz, Durchführung und Auswertung
  • Erfahrung des eigenen Fitnesslevels und Wissens rund um die Fitness
  • Motivation eigene Fitness zu verbessern
  • Erfahrung über Möglichkeiten zur Steigerung der eigenen Fitness

Ernährung

Lernziel: In dieser Unterrichtseinheit erhalten die Kinder eine theoretische sowie praktische Wissensvermittlung über Nahrungsmittel und Nährstoffe. Durch das gemeinsame Zubereiten und den Verzehr von ausgewogenen Speisen (Obst- und Gemüsespieße, Dipps, vollwertige 'Partyhäppchen' etc.) werden auch bisher unbekannte (oder abgelehnte) Lebensmittel probiert und neue Geschmackspräferenzen gebildet.

Dem Ernährungsverhalten im Kindes- und Jugendalter kommt aus gesundheitsförderlicher und präventionsbezogener Sicht eine besondere Bedeutung zu (Schöch et al., 1995, S. 253)

Eine ausgewogene Ernährung stellt zum einen eine wichtige Voraussetzung für die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar. Zum anderen weisen ernährungswissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse auf das große Potential einer ausgewogenen, bedarfsgerechten Ernährung in der Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen hin (DGE-Arbeitskreis »Ernährung und Schule«, 2003, S. B9).

Unregelmäßiges Essen, fettreiche Kost, Mangel an Vitaminen und Ballaststoffen – eine falsche Ernährung kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Kinder und Jugendliche sind davon besonders betroffen. Durch ein ungünstiges Ess- und Trinkverhalten können Wachstum und Knochenbau, Konzentrations- und Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt werden.
Nicht selten treten erhebliche gesundheitliche Probleme auf, wie:

Eine gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen spielt aber nicht nur bei der Vermeidung gesundheitlicher Probleme im Kindes- und Jugendalter eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen im Erwachsenenalter. Durch eine ausgewogene Ernährung, die genügend Nährstoffe liefert kann ernährungsbedingten Erkrankungen, wie z.B. Herz- und Gefäßleiden, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus, vorgebeugt werden (Isenbort-Mäder, 2000, S. 59).

Hinzu kommt, dass die Ernährungsgewohnheiten, wie die Auswahl der Speisen und Getränke, im Kindesalter geprägt werden (Rost et al., 1998, S. 119). Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, eine gesunde Ernährung bereits von klein auf zu üben, denn im Kindesalter werden die Weichen für gesundheitsrelevante Verhaltensweisen gestellt.

Literatur

AID Infodienst (Hrsg.). Die Sendung mit der Maus ?. WDR Mausfigur ? I. Schmitt-Menzel/WWF. ISBN: 3-89661-345-6. 1997

Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid) e.V. (Hrsg.): Gemüse und Obst: Nimm 5 am Tag! 3770/2001. ISBN: 3-8308-0176-9. S. 17

DGE-Arbeitskreis „Ernährung und Schule“ (2003): Ernährung in der Ganztagsschule – Teil 1: Notwendigkeit und Problematik von Schulverpflegung. Ernährungsumschau 3. S. B9-B12

Isenbort-Mäder B. (2000): Ernährungsprobleme. In: Hurrelmann K., Klaubsch K. (Hrsg.) Wie Kinder gesund bleiben. Weinheim, Basel: Beltz. S. 59-63

Rost B., Otten A. (1998): Ernährung im Kindesalter – Ein Lehrbuch für Kinderkrankenschwestern und –pfleger. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Schöch G., Kersting M. (1995): Ansätze zur Prävention von Fehlernährung im Kindesalter. In: Kolip P, Hurrelmann K, Schnabel P-E (Hrsg.) Jugend und Gesundheit. Weinheim, München: Juventa. S. 251-261

Übersicht zum Curriculum)

Lernziel: In dieser Unterrichtseinheit erhalten die Kinder eine theoretische sowie praktische Wissensvermittlung über Nahrungsmittel und Nährstoffe. Durch das gemeinsame Zubereiten und den Verzehr von ausgewogenen Speisen werden auch bisher unbekannte (oder abgelehnte) Lebensmittel probiert und neue Geschmackspräferenzen gebildet

1.Schuljahr (Alter 6/7 Jahre) - 2x45 min

Kernziel: Wissensvermittlung über Nahrungsmittel und Nährstoffe, Reflektion der eigenen Ernährung
Inhalte Lernziel
Das Frühstück
  • Sensibilisierung für das Thema Frühstück
Brot, Quark und Gemüse machen stark - Videofilm
  • Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung für geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit
Gesundes Frühstück - Rollenspiel und Gespräch
  • Erkennen der Vielfältigkeit eines Frühstücks
  • Anregungen für ein abwechslungsreiches Frühstück
So sieht mein Frühstück aus - Malen
  • Reflektion der eigenen Essgewohnheiten
Obst und Gemüse mit allen Sinnen erfassen
  • Schmecken, Fühlen und Riechen von Obst und Gemüse
Gemeinsamer Verzehr von appetitlich angerichtetem Gemüse
  • Genussvolles Essen
  • Kennenlernen eines einfachen Rezeptes

2. Schuljahr (Alter 7/8 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Kennenlernen der Vielfalt an Obst und Gemüse
Inhalte Lernziel
Station Rätselspaß rund ums Obst und Gemüse - Bilder- und Silbenrätsel
  • Spielerisches Kennenlernen verschiedener Obst- und Gemüsesorten
Station rund um den Apfel
  • Kennenlernen des Apfels in seinen verschiedenen Erscheinungsformen
Station Obst- und Gemüseuhr basteln
  • Steigerung der Motivation zum Verzehr von Obst und Gemüse

3. Schuljahr (Alter 8/9 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Vermittlung eines bewussten Umgangs mit fettreichen Lebensmitteln und Anleitung zu einer ausgewogenen Auswahl mit Hilfe der Lebensmittelpyramiden
Inhalte Lernziel
Die Lebensmittelpyramide – Gespräch und Arbeitsblatt
  • Kennenlernen der drei Lebensmittelgruppen (pflanzliche Lebensmittel und Getränke, tierische Produkte, Fette und fettreiche Lebensmittel)
  • Information über die Häufigkeit des täglichen Verzehrs der drei Gruppen
  • Vertiefung des Wissens über die Lebensmittelpyramide
„Auf die Plätze, fertig, Brot“ – Partyhappen in Gruppenarbeit herstellen mit anschließender Präsentation
  • Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung
  • Erfahrung, wie einfach, lecker und kreativ fettarme und ausgewogene Kost sein kann
  • Förderung der Kooperation durch Gruppenarbeit

4. Schuljahr (Alter 9/10 Jahre) - 2x 45 min

Kernziel: Interesse an gesunder Nahrung durch frische selbst zubereitete Speisen wecken
Inhalte Lernziel
Die Lebensmittelpyramide und Veggie, Milli und Fettzo - Wiederholung und Einteilung der Lebensmittel
  • Auffrischung der Kenntnisse über die Lebensmittelpyramide
Wir machen ein Buffet – Gemeinsames Vorbereiten und Verzehren
  • Spaß an gesunder Ernährung durch selbständige Zubereitung von Speisen wecken

Die vollständigen Materialien können Sie ab Oktober 2007 auf dieser Homepage als Online-Module abrufen.

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